Freiwilligenarbeit mit Löwen: Kanonenfutter für Jäger?

(13.07.2016) Löwenstreicheln als Freiwilligenarbeit in Afrika – eine gute Idee? Eher nicht! Weil vor kurzem wieder ein Artikel dazu in der WELT erschienen ist und ich selber in Afrika naive Volunteers getroffen habe, die ganz begeistert von den „süßen“ Löwenbabys waren: Finger weg. Die Gefahr, bei solchen Wildlife-Projekten Kanonenfutter für Hobbyjäger aufzuziehen, ist einfach zu groß. Zumindest dann, wenn es nicht um Tierbeobachtung (Monitoring), sondern lediglich um Schmusen und das Füttern mit dem Fläschchen geht.

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Die ausgewachsenen Junglöwen enden später vor der Flinte von so genannten „Jägern“.

Als Katzenfan kann ich die Begeisterung für ein Engagement auf einer Löwenfarm verstehen, allerdings solltet Ihr Euch bewusst sein, dass viele Projekte nur aus einem einzigen Grund Löwenbabys großziehen. Diese werden später beim so genannten „Canned Hunting“ abgeschossen. Bei diesen in eingezäunten Gehegen durchgeführten Gatterjagden werden die an den Menschen gewöhnten Löwen für den Jagdtourismus verheizt. Trophäenjäger legen den Löwenfarmen eine Menge Kohle auf den Tisch um ihren „todsicheren“ Abschuss zu bekommen. Hier lest Ihr noch einmal alle Infos zu dem Geschäft. Auch auf facebook könnt Ihr Euch informieren.

Auch wenn dieses Geschäftsmodell vielleicht nicht von allen Farmen betrieben wird und es auch seriöse Anbieter gibt, könnt Ihr im Zweifelsfall nie sicher sein, was mit Euren Schützlingen später passiert und ob diese auch wirklich, wie versprochen, ausgewildert werden. Für Affen, Löwen oder andere Wildtiere gilt: Meidet als Volunteer reine „Streichelzoos“. Die Betreiber haben höchstens das Wohl ihrer Brieftasche nicht aber das der Tiere im Blick. Auch hier noch einmal nachzulesen.